Manchmal braucht es eine deutliche Ansprache in der Kabine, um die richtigen Kräfte freizusetzen.
Was die Fortuna in den ersten 45 Minuten auf dem Rasen zeigte, war jedenfalls alles andere als das, was sich die Gastgeber und ihre 150 Zuschauer auf Rheinbaben vorgestellt hatten. Am Ende stand dennoch ein verdienter 3:0-Erfolg gegen SW Alstaden und ein Mann ganz besonders im Mittelpunkt: Lennart Jablonski, der mit einem lupenreinen Hattrick zum Matchwinner avancierte.
Dabei war die erste Halbzeit aus Fortuna-Sicht schnell erzählt: Die Null war eigentlich noch das Beste am Spiel der Gastgeber. Beide Mannschaften taten sich spielerisch schwer, richtig in Fahrt zu kommen. Alstaden setzte dabei immer wieder auf eine harte Gangart, um die spielerisch starken Fortunen aus dem Rhythmus zu bringen und zu provozieren. Das blieb nicht ohne Folgen. In der 32. Minute führte ein böses Einsteigen eines Gästespielers zu einer schweren Verletzung von Stefan Pitkowski. An dieser Stelle wünschen wir Stefan natürlich eine schnelle und vollständige Genesung!
Auch der Unparteiische sorgte für Gesprächsstoff. In der 42. Minute blieb den Fortunen ein aus ihrer Sicht klarer Elfmeterpfiff verwehrt. So ging es mit einem torlosen und aus Gastgebersicht wenig zufriedenstellenden Remis in die Kabinen.
Was auch immer dort besprochen wurde: Die Fortuna kam mit einer völlig anderen Körpersprache zurück auf den Platz. Plötzlich waren Entschlossenheit, Tempo und der nötige Zug zum Tor da. Und es dauerte nicht lange, bis sich das bemerkbar machte. Lennart Jablonski brachte die Rheinbaben-Elf in der 51. Minute in Führung. Nur sechs Minuten später legte er nach. Beide Treffer waren sehenswert über die Außenbahnen herausgespielt und zeigten, was in dieser Mannschaft steckt.
Alstaden blieb seiner Linie allerdings treu und machte es den Gastgebern mit weiterhin hartem Einsteigen nicht leichter. Die zunehmend ruppige Gangart hatte schließlich auch personelle Folgen: Ein Gästespieler sah die Gelb-Rote Karte. Für die Fortuna ergaben sich dadurch immer wieder gute Kontermöglichkeiten.
Die endgültige Entscheidung besorgte erneut Lennart Jablonski. In der 82. Minute machte er mit seinem dritten Treffer den lupenreinen Hattrick und den 3:0-Heimsieg perfekt.
Bemerkenswert: Während in der ersten Halbzeit die Null noch das Beste am Fortuna-Spiel war, verteidigten die Gastgeber ihren Kasten nach dem Seitenwechsel mit viel Einsatz, etwas Glück und einem starken Teamspirit. Und wenn doch einmal etwas durchkam, war Cedric Lohe erneut zur Stelle. Der Fortuna-Keeper zeigte wieder eine starke Leistung und hielt seinen Kasten sauber.
Eine souveräne zweite Hälfte und ein verdienter Dreier sahen auch die Trainer:
„In der ersten Halbzeit hatten wir noch einige Unkonzentriertheiten in unserem Spiel. Wir haben zu viele lange Bälle gespielt und sind dadurch nicht richtig in unseren Rhythmus gekommen. Insgesamt war die Partie zunächst ausgeglichen. In der zweiten Hälfte haben wir den Ball dann deutlich besser laufen lassen, flach gespielt und mit tollen Spielverlagerungen immer wieder Räume geschaffen. Die Tore waren allesamt stark herausgespielt. Gleichzeitig haben wir defensiv kaum noch etwas zugelassen. Vielleicht hätten wir sogar zwei Elfmeter bekommen können, zumindest einer davon war aus unserer Sicht glasklar. Jetzt wollen wir natürlich auch in Nord als Tabellenführer punkten und unsere Position weiter festigen.
Ein Gedanke gilt aber auch Stefan. Wir hoffen sehr, dass seine Verletzung nicht so schlimm ist. Die Schwellung ist durch das Kühlen zunächst etwas zurückgegangen. Allerdings weiß man oft erst am nächsten Morgen, wie sich so etwas entwickelt. Wir drücken ihm die Daumen und hoffen auf das Beste.“
Unterm Strich ein Sieg mit zwei Gesichtern: Eine schwache erste Hälfte, gefolgt von einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause. Drei Tore, ein Hattrick von Lennart Jablonski und hinten die Null. Die Fortuna hat nach dem Seitenwechsel die richtige Antwort gegeben und auf Rheinbaben einmal mehr gezeigt, was mit Entschlossenheit und echtem Mannschaftsgeist möglich ist.

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